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30.10.2016

Skulptur für Kulturverein Zugabe

Arbeit am Rohblock

Kunstwerker mit Flex und Bohrhammer bei der Arbeit am Rohblock aus Jura Kalkstein

Arbeit am Rohblock

Die Skulptur bekommt Schwung

Bei der Aufstellung

Rainer Scheer bei der Aufstellung mit dem portablen Kran
Foto: Norbert Haber

Im Sommer 2016 entstand in Kooperation mit dem Kulturverein Zugabe e.V. eine zwei Meter hohe Skulptur aus Kalkstein für den Wolfsburger Stadtteil Vorsfelde.

Bereits im Februar kamen der Vorsitzende des Vereins, Horst Gülde, und Projektkoordinator Norbert Haber ins Atelier von Bildhauer Rainer Scheer, um eine Idee zu besprechen. Der Kulturverein wollte zur Bereicherung des Stadtbildes eine Skulptur in Vorsfelde aufstellen. Um eine breitere Basis im Stadtteil zu schaffen, sollten VorsfelderInnen selbst bei der Anfertigung mit Hand anlegen. Auch Scheer hatte schon länger über ein größeres Projekt mit Bürgerbeteiligung nachgedacht. Daher ging es in dem Gespräch schnell nicht mehr um das Ob, sondern um logistische und technische Fragen.

Der Entwurf sollte thematisch passen und symbolisch eine Verbindung zwischen der Vorsfelder Südstadt und der Kernstadt schaffen. Dabei musste er so einfach sein, dass bildhauerische AnfängerInnen mit der Form gut zurechtkamen. Sie sollten möglichst viel von der Skulptur selbst aus dem Rohblock herausarbeiten können. Schließlich sollte das Projekt aus Spenden finanziert werden und musste daher einen Kostenrahmen haben, der auch realistisch zu erf├╝llen sein konnte.

Bildhauer Scheer erstellte mehrere Modelle, von denen eines von der Mitgliederversammlung des Vereins ausgesucht wurde. Es handelte sich dabei um eine an eine Schleife erinnernde Figur, die zwei Meter hoch sein und aus gelbem Jura Kalkstein bestehen sollte. Sie sollte auf einem flachen dunklen Sockel aus Basaltlava stehen, der einen guten farblichen Kontrast bietet.

Ende Juni begannen dann die Arbeiten an dem 1,4 Tonnen schweren Rohblock auf dem Werkplatz an Scheers Atelier. In mehreren Wochen arbeiteten Mitglieder und FreundInnen des Kulturvereins Zugabe e.V. mit Winkelschleifern, Hammer und Meißel an der Form. In nur zwei Wochen verlor der Stein rund 500 kg Gewicht und zeigte schon da die klare Kontur der späteren Skulptur. Dann ging es freilich in kleineren Schritten weiter, doch allmächlich schälte sich die Form klarer aus dem festen Kalkstein, der im Altmühltal in Bayern abgebaut wird.

Insgesamt arbeiteten neun KunstwerkerInnen 150 Stunden an der Skulptur — meist in zwei Halb-Tages-Schichten und jeweils gleichzeitig zu zweit. Zuvor erhielten Sie eine technische Einweisung in die Handhabung der verwendeten Maschinen. Rainer Scheer besprach bei Bedarf anhand des Modells, wo noch etwas abzutragen sei, ohne jedoch aktiv mitzuwirken.

Mitte September übernahm der Bildhauer die letzte Ausformung der Figur und versah sie mit einer einheitlichen, handwerklichen Oberflächenstruktur. Sie wog am Ende "nur" noch etwa 800 kg. Dieser "Feinschliff" beanspruchte noch einmal 60 Arbeitsstunden.

Die wesentlichen Arbeitsfortschritte wurden bei Ortsterminen in Scheers Atelier den PressevertreterInnen vorgestellt und wohlwollend in den Wolfsburger Tageszeitungen und Wochenblättern besprochen.

Kurz vor der feierlichen Enthüllung stellte Scheer die Skulptur mit Hilfe von zwei Vereinsmitgliedern in Vorsfelde am Drömlingstadion auf.

Am 21. Oktober 2016 wurde die Skulptur dann nicht nur im Rahmen eines Festaktes enthüllt, sondern auch mit einer Urkunde der Stadt Wolfsburg und der Öffentlichkeit zum Geschenk gemacht. Kulturdezernet Thomas Muth nahm die Urkunde entgegen. Der Rat der Stadt muss der Schenkung noch formell zustimmen.

Standort der Skulptur:
Am Drömlingstadion 10
38448 Wolfsburg

Link:

Kulturverein Zugabe e.V.