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14.05.2017

´╗┐25 Jahre Bildhauer Rainer Scheer

Roya 26

Roya 26, Granit, 2017

Gelbe Dame

Gelbe Dame, Onyx (Sinterkalk), 2017

Roya 28

Roya 28, Muschelkalkstein, 2017

Seit 1992 ist Rainer Scheer als freier Künstler selbstständig. Mehr als 20 Jahre hatte er sein Atelier in Braunschweig. Vor fast drei Jahren wechselte er in neue eigene Gebäude in seiner Heimatstadt Wolfsburg. Nach inzwischen 25 Jahren stetiger Entwicklung, ist mit den neuen Ateliers eine bedeutende Wegmarke erreicht.

Um diesen Meilenstein zu feiern, findet am Samstag, dem 20. Mai 2017 um 15:00 Uhr eine Jubiläumsausstellung in seiner Galerie im Lehmkuhlenfeld statt. In diesem Rahmen gibt der Wolfsburger Künstler einen Einblick in die Welt seiner kreativen Arbeit und stellt neben einem Querschnitt der für ihn typischen Skulpturen auch neue Werke aus den letzten Monaten vor.

Auch am Sonntag, dem 21. Mai, sind die Galerie und die Ateliers von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr für Interessierte geöffnet.

Über den Künstler

Gestalten, um die Welt zu verstehen, war schon seit seiner Kindheit ein wichtiges Leitmotiv. Daher fügte es sich gut, eine Ausbildung zum Steinmetzen in Wolfsburg machen zu können. Während dieser Lehrzeit entdeckte Scheer die künstlerische Gestaltung für sich und erweiterte seine Qualifikation mit einem zusätzlichen Abschluss als Steinbildhauer im Handwerk.

Nach dem Erreichen der Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung machte er sich mit 22 Jahren in Braunschweig selbstständig. Bereits als Lehrling konnte er einen kleinen Werkraum neben seiner Wohnung nutzen und mietete noch als Gestaltungsschüler etwas größere Werkstatträume in Querum an. Dort experimentierte er mit abstrakten Formen und Design und entwickelte nach und nach seine typische, flächige Formensprache und verfeinerte sein technisches Können.

Von Anfang an (und schon vor seiner Selbstständigkeit) organisierte Scheer seine Ausstellungen selbst und baute nach und nach eine Existenz neben dem eigentlichen Kunstmarkt auf. So blieb er stets unabhängig von Galerien und Fördergeldern.

Neben seiner Arbeit engagierte er sich politisch in der Friedensbewegung. Als Totaler Kriegsdienstverweigerer war er Mitherausgeber einer einschlägigen bundesweiten Zeitschrift, erhielt den Friedenspreis Sieverhauser Ermutigung und verteidigte mehrere Mitstreiter vor norddeutschen Gerichten. Außerdem beschäftigte sich Scheer intensiv mit Themen wie Management, Zeit- und Projektplanung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie Grafik- und Webdesign, später auch mit Programmierung.

Nach zehn Jahren vergrößerte der Bildhauer seine Werkstatt und baute einen Industrieloft als Galerie aus. Hier präsentierte er nicht nur seine eigenen Werke, sondern stellte auch andere regionale Bildhauerinnen und Bildhauer wie Georg Arfmann, Magnus Kleine-Tebbe, Petra Förster, Jürgen Eimecke und Holger Lassen aus. Als Basis für die galeristische Tätigkeit gründete Rainer Scheer 2003 die KunstWerk artifex GmbH. über dieses Unternehmen bot er auch Bildhauer-Workshops an und gestaltete zahlreiche unkonventionelle Grabanlagen auch an überregionalen Standorten.

Im Zuge einer Neuausrichtung löste Scheer die KunstWerk artifex GmbH 2011 wieder auf und stellte seinen eigenen Namen stärker in den Fokus der öffentlichkeitsarbeit und Werbung.

Vor drei Jahren schließlich verlegte Scheer sein Atelier von Braunschweig nach Wolfsburg. Vorausgegangen waren jahrelange Streitigkeiten mit seinem Vermieter, die 2014 zum endgültigen Bruch führten. Mit nicht unerheblichem Aufwand und in einer erstaunlich kurzen Zeitspanne von neun Monaten gelang es dem Künstler einen Baugrund zu finden, mit einem befreundeten Architekten (Björn Sellge) ein ebenso ungewöhnliches wie passendes Konzept für einen Neubau zu entwickeln und durch ein effizientes Projektmanagement und einige glückliche Fügungen zumindest den Rohbau fertig zu stellen.

In den folgenden zwei Jahren gestaltete Scheer mit privater Unterstützung Räume, Fassaden und das Außengelände zu einer kleinen Oase der Kreativität und der Ruhe. Tatsächlich ist die gesamte Anlage speziell für die eigene bildhauerische Arbeit, für Bildhauer-Workshops sowie für weitere Veranstaltungen wie Vortr├Ąge, Lesungen oder Planungstreffen angelegt.

Auch für die nächsten Jahre hat sich der Wolfsburger Künstler einiges vorgenommen. Anfangs wird die lokale und regionale Verankerung als Steinbildhauer im Mittelpunkt stehen. Dann sollen auch überregionale Kooperationen aufgebaut werden und Ausstellungen in entfernteren Städten stattfinden.