[Artikel aus dem vorherigen Blog]
Das ist doch mal ein wirklich passendes Grabmal für einen Kantor und Organisten, der sich über lange Jahre in der Gemeinde in Haldensleben engagiert hat.
Die Familie kam auf Empfehlung einer gemeinsamen Bekannten ins Atelier mit der Frage, ob es möglich sei, ein Grabmal in Form einer Orgel anfertigen zu lassen. Das mitgebrachte Foto zeigte ein großes Grabmal mit Orgelpfeifen. Dort waren die Pfeifen jedoch lediglich an der Vorderseite abgerundet. Sie waren eher als Relief ausgeführt. Dadurch wirkte das Grabmal sehr massiv.
Scheers Vorschlag war, den neuen Entwurf leichter und etwas lebendiger zu gestalten. Diese Leichtigkeit wurde einerseits
durch einen stufenweisen Aufbau erreicht. Der Stein ist oben nur so tief, wie der Durchmesser einer der Orgelpfeifen (7 cm). Andererseits ist durch den einen Durchbruch und den asymmetrischen Bogen am Fuß der Orgelpfeifen eine zusätzliche Spannung entstanden, die auch den Verlauf des oberen Bogens abgeschwächt aufnimmt. Die Form ist damit insgesamt etwas aufgelöst und weniger statisch.
Die einzelnen Orgelpfeifen sind auf der Rückseite verbunden und nur im oberen Bereich rund ausgearbeitet. So ist die Stabiltät insgesamt gewährleistet und dennoch ist dieses Detail nur von der Rückseite her zu sehen. Thematisch passend sind die umlaufenden Zierprofile, die der Orgel einen etwas klassizistischen Anstrich verleihen sowie eine klassische Times-Schrift für die Gravur.
Der Sockel sollte ebenfalls ein Profil erhalten. Damit aber nicht so viel Material heruntergearbeitet werden musste, wurde dieser Sockel separat bearbeitet. Und um die Fuge zwischen Stele und Sockel unsichtbar zu machen, ist der untere umlaufende Halbstab auch der Abschluss der Stele. So ist es unmöglich, die Fuge zu sehen. Alles wirkt wie aus einen Stück gefertigt (was es ja auch fast ist).